Küttigen: zufriedenstellende Rechnungsergebnisse, geringere Steuereinnahmen

Im Vergleich zum Voranschlag schliesst die Rechnung der Einwohnergemeinde mit einem Mehrertrag von 1,75 Mio. Franken ab, wovon 1 Mio. Franken auf die im Budget nicht enthaltene Entschädigung der IBAarau AG in Form von 809 Namenaktien zur Erneuerung des Strom-Konzessionsvertrages für weitere 25 Jahre zurück zu führen ist.
Damit konnten Gesamtabschreibungen von 4,4 Mio. Franken zu Gunsten der künftigen hohen Investitionen (VA 2,67 Mio.) vorgenommen werden.

Der verbleibende Mehrertrag von 0,75 Mio. Franken kann insbesondere mit den folgenden grösseren Abweichungen begründet werden:

a) Mehreinnahmen und Minderaufwendungen

Höhere Baubewilligungsgebühren;
zeitliche Kostenverzögerung für die Projektierung der Sanierung der Aussenhülle und der Heizung des Gemeindehauses und Verlagerung zu Lasten der Investitionsrechnung 2010;
geringere Schulgelder und Besoldungsanteile für die Volksschule;
reduzierte Defizitbeiträge an Krankenheime und Spezialkliniken;
die Kosten für den Kreiselschmuck an der neuen Staffeleggstrasse Knoten Küttigen-Nord fallen infolge zeitlicher Verzögerung erst 2010 an;
die Kosten für ein Strassenbauprojekt und für die öffentliche Beleuchtung am Bielweg fallen ebenfalls erst 2010 an;
Mehrertrag bei den Quellensteuern, den Nachsteuern und Bussen sowie bei den Grundstückgewinnsteuern;
Einsparungen beim Kapitaldienst;
höherer Buchgewinn aus dem Verkauf der Baulandparzelle im Widler,

b) Mehrausgaben

höhere Kosten für die Liegenschaften der Schule;
zusätzliche hohe Wohnortsbeiträge an die berufliche Grundbildung;
höhere Kosten bei der Sozialhilfe,

c) Mindereinnahmen

Gesamthaft 380‘000 Franken geringere Einkommens- und Vermögenssteuern bei den natürlichen Steuern und bei den Aktiensteuern als Folge fehlender Nachträge analog der Vorjahre und aufgrund der letzten Steuergesetzrevision.
Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von 1,87 Mio. Franken (VA 1,17 Mio.) aus. Nach Abzug des Bewertungsbetrages der IBAarau Aktien von 1 Mio. Franken resultieren im Vergleich zum Voranschlag geringere Investitionen im Umfang von 0,3 Mio. Franken. Diese sind auf die zeitlichen Verzögerungen bei der Umsetzung des Radstreifens an der Bibersteinerstrasse und der Erneuerung der Kirchbergstrasse Ost zurück zu führen.
Aus der gesamten Verwaltungsrechnung (laufende und investive Ausgaben) exkl. Eigenwirtschaftsbetriebe Wasser und Abwasser konnte ein Finanzierungsüberschuss von 2,54 Mio. Franken erzielt werden. Dadurch ergibt sich per Ende 2009 eine verzinsliche Minus-Nettoschuld von 2,13 Mio. Franken.

Wasserversorgung

Infolge höherer Kosten für den Wasserankauf, beim Unterhalt des Leitungsnetzes, geringerer Zinsertrag für das Eigenkapital und weniger Wasserverkaufserlös schliesst die laufende Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 337‘000 Franken (VA 453‘000) ab.
Durch zeitliche Verzögerungen sind geringere Nettoinvestitionen von 350‘000 Franken (VA 771‘000) entstanden.
Gesamthaft resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 13‘000 Franken zu Lasten der eigenen Mittel. Diese reduzierten sich per Ende 2009 auf 1,255 Mio. Franken.

Abwasserbeseitigung

Trotz der zeitlichen Verschiebung der im Voranschlag enthaltenen Sanierung der Leitung Kirchbergstrasse Ost mit voraussichtlichen Kosten von 125‘000 Franken liegt der Ertragsüberschuss mit 299‘000 Franken (VA 315‘000) leicht unter den Erwartungen. Dies als Folge von verschiedenen Mehraufwendungen und Mindererträgen.
Die budgetierte Nettoinvestitionsabnahme bzw. der Ertragsüberschuss der Investitionsrechnung beträgt durch die erhöhten Anschlussgebühren als Folge der grossen Bautätigkeit 518‘000 Franken (VA 362‘000).
Durch den Gesamtüberschuss der laufenden und der Investitionsrechnung von 818‘000 Franken (VA 677‘000) erhöhten sich die eigenen Mittel für die längerfristige Sanierung des Leitungsnetzes per Ende 2009 auf 4,45 Mio. Franken.

Abfallbewirtschaftung

Der notwendige Zuschuss der Einwohnerkasse zur Finanzierung der Restkosten beim Haushaltkehricht inkl. Gewerbeabfällle und Sperrgut liegt mit 79‘000 Franken (VA 78‘000) minimal über der Prognose des Voranschlages. Der Kostendeckungsgrad beträgt damit 71,9 Prozent und liegt innerhalb der Toleranzgrenze des Reglementes von 75 Prozent +/- 10 Prozent.
Bei der Grüngutentsorgung ohne Häckseldienste resultiert ein Zuschuss zur Restfinanzierung von 5‘600 Franken (VA 7‘500). Der Kostendeckungsgrad beträgt 96,4% (Reglement 100 Prozent +/- 10 Prozent
Die übrigen Abfälle inkl. Häckseldienste, welche vollumfänglich mit Steuergelder finanziert werden, erforderten einen erhöhten Zuschuss von 171‘000 Franken (VA 153‘000).
Der gesamte Zuschuss zur Restfinanzierung der Abfallbewirtschaftung ist mit 256‘000 Franken (VA 239‘000) um 17‘000 Franken höher ausgefallen.

Ortsbürgergemeinde

Die Ortsbürgerverwaltung konnte mit einem Beitrag von 14‘000 Franken
(VA 11‘000) zum positiveren Ergebnis beitragen.
Durch die geringere Nutzung und die schlechten Preise beim Buchennutzholz, welches im Revierwald am Häufigsten vorkommt, liegt der Verkaufserlös des Forstbetriebs Erlinsbach/Küttigen 35‘000 Franken oder 7,3 Prozent unter den Erwartungen des Voranschlages. Bei den diversen Dienstleistungserträgen für Gemeinden, Kanton und Private resultiert andererseits ein Mehrertrag von 42‘000 Franken.
Leider sind aber auch diverse Mehrkosten angefallen sodass anstelle des budgetierten Ausgleichsbeitrages der beiden Ortsbürgergemeinden von 50‘000 Franken erhöhte Beiträge von je 88‘000 Frankennötig wurden.
Zusammen mit den unerwartet angefallenen Kosten für die Hangrutschsanierung auf der ortsbürgerlichen Waldparzelle am Hombergweg von 11‘000 Franken ist zum Ausgleich der gesamten Ortsbürgerrechnung ein Rückzug aus der Forstreserve von 50‘000 Franken notwendig geworden.
Der Bestand der Forstreserve reduziert sich damit per Ende 2009 auf 424‘000 Franken. (kh)


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