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Natur im Siedlungsraum

Artenvielfalt für Ihren Garten

Die Gemeinde Küttigen fördert wertvolle Lebensräume für einheimische Tiere und Pflanzen und damit die Wohnqualität mit punktuellen Aufwertungen, den Naturmodulen. Der starke Rückgang an natürlichen Lebensräumen im Siedlungsraum setzt der Artenvielfalt immer mehr zu. Aktuelle "Hiobsbotschaften" wie das Insektensterben und dessen Auswirkungen sind beunruhigend. Doch wir alle können etwas dagegen tun. Ein einfach realisierbares, aber sinnvolles Mittel sind schön gestaltete Naturmodule im Dorf und Garten. Sie bringen mit wenig Aufwand das Summen und Zwitschern sowie blühende, duftende Pflanzen in unsere Umgebung zurück. Die Gemeinde unterstützt Sie dabei. Lesen Sie mehr unter:

"Natur findet Stadt"

Gemeinsam mehr Platz für die Natur und damit Lebensraum für Tiere, Pflanzen und für uns Menschen schaffen!
"Natur findet Stadt" startete im Jahr 2019 und ist die Fortsetzung des Projekts Naturmodule in Küttigen. In dieser zweiten Etappe sollen vor allem Privatpersonen motiviert werden. Interessierte Garten- und BalkonbesitzerInnen melden sich über die Projektwebseite an und profitieren von einer Gartenberatung durch einen Gärtner aus der Region. Mithilfe der Ideenliste auf der Website http://www.naturfindetstadt.ch/de/massnahmenkatalog ist es möglich, eine Auswahl von passenden Naturelementen zu treffen und diese oft einfachen und kleinen, aber wirkungsvollen ökologischen Aufwertungen selber umzusetzen oder einen Gärtner dafür zu engagieren. Mit sogenannten "Garten-Apéro" werden die aufgewerteten Grünflächen den Nachbarn und Freunden gezeigt.

Dieses Video gibt Ihnen einen Einblick in Küttiger Gärten, welche durch ökologische Aufwertungen einen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und uns Menschen geschaffen haben. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle mitwirkenden Personen.

Hier finden Sie weitere Informationen sowie Beratungs- und Fachstellen.

Naturmodule in Küttigen

Uns sind einheimische Pflanzen und Tiere wichtig! Auf einzelnen, gemeindeeigenen Flächen sind seit 2017 verschiedene Naturmodule (Standort 1-6) eingerichtet worden. Diese Standorte  liegen in einem begehbaren Umkreis und sind mit Orientierungstafeln versehen, welche die jeweiligen Naturmodule beschreiben. Wer mit dem Handy unterwegs ist, kann mithilfe des QR-Codes die Details abholen.

Standort 1: Gemeindehaus

Angelegt sind drei Wildbienenhotels, eine Blumenwiese, drei Säuleneichen. Zuvor war hier eine Rasenfläche. Der Oberboden wurde abgetragen und eine magere Schotterschicht eingebracht. Diese wurde mit einem Blumenrasensaat versehen.
Schauen Sie ab April einmal vorbei und geniessen Sie die Farbenpracht der Blumenwiese, die auch Unterschlupf und Nektarweide für zahlreiche Tiere ist, und beobachten Sie ein paar Wildbienen beim Anflug und Nisten.

Standort 2: Unterführung Schulhaus Stock - Gemeindehaus

Dieser Standort besteht aus einer Kiesfläche, mit ein paar grösseren Steinen versetzt, einem Wildbienenhaus und zwei Sträuchern. In die Kiresfläche sind locker einzelne Wildstauden eingepflanzt.

Standort 3: Rainstrasse



Angelegt sind: Eine Blumenwiese, eine Hecke, ein Lesesteinhaufen und eine Sandfläche für Wildbienen.

Zwischen zwei Strassen eine kleine Oase für allerlei Pflanzen und Tiere. Im Lesesteinhaufen ist der ideale Unterschlupf für Mauereidechsen. Allerdings ist es nicht ganz einfach die flinken Kerle zu beobachten. Die sandigen Flächen dienen diversen Wildbienen als Aufzuchtort für ihre Nachkommen. Erkennen kann man dies an kleinen Sandhäufchen, die wie Vulkane mit einem obenliegenden Loch, aussehen. In der Hecke verkriecht sich der Igel und Schmetterlinge besuchen die blumenreiche Wiese zum Sammeln von Nektar. Nehmen Sie sich eine kleine Auszeit und beobachten Sie das Geschehen in Ruhe auf dem Bänkli.

Standort 4: Löchliweg (am Dorfbach)

Angelegt sind ein Krautsaum mit Wiesenblumen und Kopfweiden dem Bach entlang.

Krautsäume setzen sich aus grossen, mehrjährigen Pflanzenarten zusammen und sind typisch für diese meist etwas feuchten und nährstoffreichen Standorte. Sie sind sehr interessant für allerlei Insekten und Kleintiere, weil sie erst spät geschnitten werden und so Unterschlupf bieten, wenn es rund herum keine Verstecke mehr gibt.

Standort 5: Gabelung Kirchbergstrasse - Bollackerweg



Angelegt sind: Wiesenblumen, Heckenelemente, Schmetterlingsbeete, Totholzstelen, Blocksteine.
Das Modul wird in der angrenzenden Privatparzelle weitergeführt.

Hier gibt es alles, was das Auge und Insektenherz begehrt! Ein reiches Blütenangebot auf dem Blumenrasen und im Schmetterlingsbeet. Unterschlupf in den neugepflanzten Heckenelementen und kunstvoll arrangiertes Totholz für ganz seltene Wildbienen. Es lohnt sich, für einen kurzen Moment innezuhalten und die Vielfalt der Natur wahrzunehmen.

Standort 6: Gabelung Burghaldeweg - Kirchbergstrasse



Angelegt sind eine Blumenreiche Wiesenböschung, eine Sandlinse für Wildbienen, Heckenelemente, eine Ruhebank.

Diese magere Wiesenböschung ist idealer Lebensraum für Wildbienen. Die Lücken im Pflanzenbestand bieten die Möglichkeit für die Eiablage und die zahlreichen Blumen sind Futter der Wildbienen, genauso wie auch die künstlich angelegte Sandlinse. Eine kleine Pause auf dem Bänkli lohnt sich!

Standort 7: Stichweg

Das neue Modul ist Mitte April 2021 auf einer Parzelle der Eniwa AG angelegt worden.

Es beinhaltet verschiedene Lebensräume und Elemente wie Hecken, Wildrosen, Asthaufen, Steinburg, Holzbeige und Ruderalflächen. Auf einem mehrere Meter randverlaufenden Streifen wurde eine Blumenwiesensaat eingebracht. Zuvor wurde der humusreiche Boden abgetragen und durch eine magere Erdschicht ersetzt. Darauf entwickelte sich eine Blütenpracht schon im zweiten Standjahr

 

Blütenpracht im zweiten Standjahr

 

Und die privaten Hausgärten?
Seit 2019 werden im Rahmen von «Natur findet Stadt» Naturgartenberatungen durch qualifizierte Fachleute angeboten. Über 40 private Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer haben dieses Angebot angenommen und in der Folge eine Vielzahl von Massnahmen in ihren Gärten umgesetzt. Die Beratungen sind von Jurapark Aargau ideell und finanziell unterstützt worden. Das Angebot wird vorerst weitergeführt.

 

Dank
Wir danken der Abteilung Landschaft und Gewässer, BVU, für die beratende und finanzielle Unterstützung bei der Planung und Realisierung der Standorte. Grosser Dank gebührt auch dem Jurapark Aargau für die Beratung und finanzielle Unterstützung im Bereich der Beratung.

 

Natur- und Landschaftsschutzkommission
Patrik Hunziker, Präsident, Kirchbergstrasse 10, 5024 Küttigen, Tel. 062 827 47 64
Projektbetreuung: Juli Zahnd, j.zahnd@hotmail.com